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Eine Kurzgeschichte: Herbstgarten

Herbstgarten

 

 

 

 

 

            Die Blätter fallen, fallen wie von weit,

            als welkten in den Himmeln ferne Gärten;

            sie fallen mit verneinender Gebärde.

 

            Und in den Nächten fällt die schwere Erde

            aus allen Sternen in die Einsamkeit.

 

            Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.

            Und sieh dir andre an: es ist in allen.

 

             Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen

             Unendlich sanft in seinen Händen hält.

 

 

 

                             Herbst von Rainer Maria Rilke

 

 

 

 

 

 

 

Auf einer Wiese, von Bäumen und einem Zaum umgeben, waren zwei Kinder. Ein Mädchen und ein Junge. Das Mädchen hatte lange, weiße Haare und kniete vor einer kleinen roten Rose. Sie goss liebevoll die kleine Blume, die ihre graßgrünen Blätter weit streckte. Der Junge saß neben ihr und schaute zu. „Sag mal, warum gießt du diese Rose immer, Rosa?“, fragte der andere. Rosa war fertig mit gießen und drehte sich zu ihrem Freund Emin um. Sie trug ein grünes Kleid. Sie lächelte den Rothaarigen an: „Weil diese Blume ohne meine Hilfe sterben wird.“. „Es ist nur eine Rose von vielen.“, meinte Emin. „Nein, ist sie nicht. Sie ist einzigartig. Und meine Freundin.“ „Du bist albern. Eine Blume bleibt eine Blume und das wird sich nicht ändern. Versteh es doch.“

„Ja, sie ist eine Blume, doch sie ist die Schönste von allen.“, beendet Rosa das Gespräch. Emin sah sie  mit seinen dunklen braunen  Augen fragend an. „ Ich kann dich nicht umstimmen?“, fragte er. Rosa lächelte und nickte stumm.

„Dann muss ich wohl oder übel damit klarkommen, dass meine beste Freundin in Pflanzen Freunde sieht.“, meinte Emin. „Schön, dass du es einsiehst. Wusstest du das Rosen die Liebe, Freude und Jugendfrische symbolisiert?“, fragte sie ihn laut. Der Junge neben ihr, schüttelte denn Kopf. Das Mädchen, lächelte wieder. „Wenn diese Blume erblüht ist, werde ich sie dem Menschen, der mir am meisten bedeutet, schenken.“ „Das machst du? Wer ist es denn?“, fragte er unsicher. Rosa nickte und stand auf: „Fang mich, dann werde ich es dir vielleicht sagen. Du willst es doch wissen, oder?“. Emin nickte stumm. Der Wind wehte auf sein rotes T-Shirt, das passend zu seiner schwarzen Hose war. Er war ein hübscher Junge und viele Mädchen aus dem Dorf standen auf ihn. Emin war weder eingebildet noch ärgerte er andere. Das schätzte Rosa an ihrem besten Freund. Sie kannten sich schon seit dem Kindergarten und spielten immer auf dieser Wiese hinter der  St. Rosenkranz Kirche. Diese stand im Dorf June, das sich in dem großen vereinigten Reich Sanu befand. „Ich dachte, ich sollte dich fangen. Oder irre ich mich?“, fragte Emin Rosa. Die Angesprochene erwachte aus ihren Gedanken und raste zu der Kirche. Dicht gefolgt von ihrem Sandkastenfreund, der versuchte, sie zu fangen. Doch Rosa entwischte ihm geschickt und der Rothaarige fiel zu Boden. Die Weißhaarige sprang auf Emin, drückte ihn auf den Boden und kitzelte den Jungen aus. Dieser wiederum lachte sich halb tot. Die Kinder saßen nun neben der alten, schönen verzierten Kirche, die in der untergehenden Sonne gelb glitzerte. Es war nun 6 Uhr abends. Rosa und Emin standen auf. Sie sahen sich in die Augen, er traf helles grün und sie traf dunkles braun. „Schade, die Zeit vergeht so schnell…“, lächelte das Mädchen im weißen Kleid, das sich ins Gras setzte. „Ja, die Zeit vergeht schnell. Manchmal, habe ich davor sogar Angst.“, gestand Emin. „Das ist ganz normal, Emin.“ „Ich weiß nicht. Hast du eigentlich jemals Angst? Schwächen?“ „Jeder hat Ängste oder Schwächen. Das macht einen Menschen aus, wir sind nicht perfekt, und dass ist auch gut so. Auch ich habe so was, sonst wäre ich kein Mensch“, lachte Rosa. Der Rothaarige drehte sich beleidigt um: „Es tut mir leid dich mit so einen idiotischen Kram belästigt zu haben.“ Das Mädchen sah ihn traurig an: „Ich habe nicht deine Frage ausgelacht, sondern ich habe über das gelacht, was du mit Schwäche und Angst meinst. Angst und Schwäche sind Eigenschaften eines Menschen. Sie sind nichts Negatives. Sie zeichnen uns aus, dass wir weder perfekt sind noch etwas anderes sind. Das unterscheidet uns.“

Emin nickte und sagte noch bevor er ging: „Ich verstehe es, Rosa. Endschuldige, dass ich so etwas Dummes gesagt habe. Bis morgen.“

 

Am nächsten Morgen wachte das Dorf June verschlafen auf. Letzte Nacht gab es ein Unwetter und man sah, dass es Zerstörung hinterlassen hatte. Emin und Rosa rannten zu der Wiese, hin zu ihrer Blume. Als sie ankamen, mussten sie erst Luft holen, bevor sie weiter gehen konnten. Als sie es geschafft hatten, ihren Atem zu beruhigen, gingen sie zu ihrer roten Rose. Rosa kam als Erste an und erstarrte. „Nein, nein. NEIN! Das kann nicht sein…“, schrie sie weinerlich. Ihr liefen, kleine salzige Tränen, die von ihrer elfenbeinzerbrechlich aussehenden Wange herunter flossen. Das Mädchen sank auf den Boden und weinte. Emin kam auch angelaufen und fand Rosa weinend auf. „Was ist los, Rosa? Nicht weinen, bitte.“, Er sank ebenfalls auf den Boden, drückte seine Freundin fest an sich und sah dann erst die einstmals schöne Blume. Sie war in zwei gerissen und lag zerstört auf der regen benetzten saftigen Wiese. „Es tut mir so leid….“, flüsterte der Rothaarige. „S..ie w..ar do..ch gerade erst…“, weinte Rosa bittere Tränen. „Alles wird gut. Jetzt hör auf zu weinen. Sonst wäre deine Freundin noch traurig, wenn sie das sehen würde.“ „Du… hast recht, Emin. Sie wäre sicher traurig gewesen. Aber, sie war auch deine Freundin. Vergiss das bitte nicht. Nie.“, beruhigte sich das Mädchen. Emin lächelte und half Rosa hoch. Als sie nun standen, ging die Grünäugige näher an ihre zerstörte rote Rose. Da sah sie eine kleine Überraschung. „Komm mal schnell!“, rief sie ihren Sandkastenfreund zu. Der Rothaarige lief zu Rosa und sah sich das, was seine Freundin zeigte, an. Es gibt wirklich Wunder, dachte Emin glücklich. Hinter der toten Rose wuchs eine kleine, ebenfalls rote Rose. „Siehst du das, was ich sehe?“, fragte die Weißhaarige. „Ja, ich sehe es.“, antwortete ihr Freund glücklich. „Sie hat wohl die kleine Blume beschützt.“ „Ja, das denke ich auch.“

„Aus alt wird neu und aus Neuem wird Altes.“, lachte Rosa ebenfalls glücklich.

Da nickte auch Emin zustimmend.

 

40 Jahre später…….

„Sehen sie sich diese große Blumenpracht an.“, sagte der Prof. Lindenstein zu den Zeitungsreporter. Der Professor und die Reporter standen vor einem riesiggroßen Blumengarten. In diesem Garten blühten so viele verschiedene Sorten von Blumen, wie sonst nirgendwo in Sanu. „Prof. Lindenstein, wie viele Blumen blühen in diesem Garten?“, fragte eine weibliche junge Reporterin. Der angesprochene Mann, so um die Dreißig, überlegte und meinte dann: „Wer weiss das so genau? Jeden Tag kommen neue Blumen und die alten machen platz. Keiner weiß wie viele hier drin stecken. Das ist doch ein Reiz, oder?“.

Er bekam zustimmendes nicken. Als nächstes fragte ein erfahren aussehender Mann: „ Wie entstand denn, dieser Garten? Man kann ja wohl kaum das alles selber bepflanzen.“ Der schwarzhaarige Professor nickte: „ Natürlich geht das nicht. Da haben sie vollkommen Recht. Nun gut, ich werde es ihnen erzählen.“

Alles Getuschel, was vorher da war, war wie weggeblasen und alle hörten dem Prof. Lindenstein zu. „Nun, es war so, dass meine werte Mutter eine Schwester hatte. Diese kümmerte sich immer um eine Rose mit ihrem Sandkastenfreund. Doch eines Abends, es war Herbst, kam das Mädchen nicht nach hause und alle suchten sie. Man fand sie dann, im Schlafe gestorben, auf der Wiese wieder. Um ihren Körper, wuchsen kleine rote Rosen. Sie war schon von Geburt an herzkrank und hätte so nicht lange leben können. Man stellte fest, dass sie im Schlaf gestorben war und keine Schmerzen hatte. Wegen ihr wurde die Wiese so gelassen, wie sie war und man beerdigte sie auf ihrer Wiese. Und mit der Zeit entstand dieser Ort. Man könnte meinen, sie hätte der Natur geholfen“, erzählte der Mann und alles war still. Als wäre die Welt stehen geblieben. Das Einzige was man hörte, waren die Insekten und Tiere. Nun unterbrach doch eine ältere Frau die Stille: „Dürfen wir das so in die Zeitung schreiben?“ „Natürlich, dürfen sie das. Die ganze Welt soll das erfahren.“, rief der Professor laut.

Und doch hörte keiner das leise Lachen, dass von den Blumen kam. Niemand.

Als hätte es niemals stattgefunden.

 

 

Ende

 

So, dass ist meine Kurzgeschichte: Herbstgarten. Wie gefiehl sie euch? Was hätte ich besser machen müssen/sollte? Es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir kritig (egal ob gute oder schlechte, da lässt). Ich habe sie vor meiner anderen Geschichte geschrieben. In dieser kommt zwar auch Rosa und Emin vor, aber dass hier ist nur eine Fantasy Story dazu. 

LG Pii-chan

18.12.10 21:20
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lukas / Website (18.12.10 21:46)
Hey!
Ich fand die Geschichte gut. Du hast die Orte gut beschrieben und auch die Charaktere, nur das erzeugte nicht wirklich eine Stimmung... Das klang mir manchmal zu formal.
Der Plot ist dagegen sehr schön =)
Doch worauf wolltest du genau hinaus? Hattest du ne Message oder wolltest du nur die Geschichte an sich schreiben... Oder gibt es da ein übergeordnetes Wesen hinter dem Text?

LG, Lukas

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